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Senatssitzung in den Siebziger Jahren

Wenn nicht nur an der Hochschulpolitik gestrickt wird

Beim Wühlen durch die alten Schwarz-Weiß-Negative unseres Pressearchivs findet sich ab und an ein schöner Schnappschuss. So auch in diesem Fall.



Daniel Hagemeier ist Dozent an der MSB, der Münster School of Business. Aber auch überzeugter Gründer: Der Absolvent der FH Münster hat bereits drei Start-ups erfolgreich aufgebaut. (Foto: privat)

Die Wissenschaft anwenden: Daniel Hagemeier ist FH-Alumnus, IT-Experte – und erfolgreicher Gründer

Daniel Hagemeier kann es im Telefoninterview selbst kaum fassen, wie schnell die Zeit seit 2004 vergangen ist. Aber er war auch seither schwer beschäftigt: Der FH-Alumnus und heutige Dozent an der Münster …




Die erste Station für Nina Ebbers in der Ausbildung bei uns: die TAFH Münster GmbH. (Foto: Anne Holtkötter)

Wir bilden für uns aus – und für Europa

Unsere Hochschule ist auch ein „Ausbildungsbetrieb“. Das wird oft vergessen, weil natürlich die Studierenden die Hauptrolle spielen und Lehre und Forschung im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses …




Legendär: Im Mai 1981 überreichten FH-Rektor Prof. Martin Korda (l.) und FH-Kanzler Hans Michatsch (r.) dem NRW-Minister für Wissenschaft und Forschung, Hans Schwier, den Sparstuhl – eine Reaktion auf den Appell des Bundeskanzlers Helmut Schmidt an die Hochschulen, „mehr betriebswirtschaftliche Phantasie zu zeigen“. (Foto: FH Münster/Archiv der Pressestelle)

„Materialsammlungen wie im Museum“

Prof. Martin Korda war der vierte Rektor unserer Hochschule, in seine Amtszeit 1980 bis 1984 fiel der Umzug der Hochschulleitung und Verwaltung in die Hüfferstiftung. Der 83-Jährige erinnert sich gern …




Damals Neuland, heute Alltag: 2004 startet der erste onlinegestützte Studiengang

Professor*innen im virtuellen Seminarraum treffen, mit Kommiliton*innen online lernen oder den Lernstoff per Video oder Podcast nachholen – was heute selbstverständlich ist, war 2004 absolutes Neuland. Damals startete zum Sommersemester mit BASA-online Soziale Arbeit der erste onlinegestützte Studiengang an unserer Hochschule.

Zu der Zeit gab es noch keine synchrone Kommunikation per Videokonferenz, die Modems waren  langsam, die Übertragungsrate viel zu gering. All das nahm die damalige Dekanin Prof. Dr. Hiltrud von Spiegel bereitwillig in Kauf – und bohrte sprichwörtlich dicke Bretter. „Sie hat viel Überzeugungsarbeit geleistet, nicht nur an der Hochschule, sondern auch bei Studieninteressierten“, erinnert sich der heutige Studiengangsleiter, Prof. Dr. Jörn Dummann, an seine damalige Kollegin. Von Spiegel erkannte früh die Vorteile eines onlinebasierten Studiums – und setzte sich intensiv dafür ein, ein solches auch an unserer Hochschule anzubieten.

Die Studierenden des Online-Studiengangs Soziale Arbeit trafen sich auf der Immatrikulationsfeier mit dem Studiengangsbetreuer von BASA-online, Guido Schmiemann (r.). 

2004 war es soweit: Die FH Münster stieg als vierte Hochschule deutschlandweit in den länderübergreifenden Hochschulverbund für den onlinegestützten und berufsbegleitenden Fernstudiengang BASA-online ein. „Zu dieser Zeit war das sicherlich mutig“, sagt Dummann, der die Anfänge selbst nicht miterlebt hat: Er ist seit 2010 an unserer Hochschule und kennt den Start des Studiengangs nur aus Erzählungen. Dummann gibt zu: „Als ich an die FH Münster gekommen bin, fand auch ich die Idee, soziale Arbeit onlinebasiert zu studieren, ziemlich abwegig.“ Und weil das damals viele so sahen, hatte es der Studiengang in der ersten Zeit schwierig. Doch in den darauffolgenden Jahren änderte sich das. „Als ich die Studiengangsleitung 2011 übernahm, waren die alten Modems Geschichte und die Breitbandversorgung vergleichsweise gut. Damit existierten endlich die technischen Voraussetzungen.“ Und auch bei Studieninteressierten fand das Programm immer mehr Zuspruch. „BASA-online kann man zeitlich und örtlich unabhängig studieren, und das ist ein großer Vorteil“, sagt Dummann.

Bei einer Infoveranstaltung stellt Guido Schmiemann den Studiengang BASA-online Soziale Arbeit vor.

Heute kommen die Studierenden aus ganz Deutschland, aus allen Altersgruppen und mit verschiedenen Lebensentwürfen. „Manche sind berufstägig, andere pflegen Angehörige, wieder andere haben Kinder. Und viele wohnen weiter weg. BASA-online macht es möglich, dass jede und jeder für sich das Lernpensum individuell einteilt.“ Und das hat es in sich: Rund 20 bis 25 Stunden pro Woche sind dafür fällig, zu 75 Prozent passiert das online. Alles andere findet in der Regel in Präsenz statt. „Wegen Corona funktioniert das momentan leider nicht. Doch die Blockseminare, bei denen sich alle treffen, sind für den Studienverlauf immens wichtig, denn nicht alles klappt online“, sagt Dummann und ergänzt: „Wir haben also definitiv nicht das Ansinnen, Präsenz abzuschaffen!“

Prof. Dr. Jörn Dummann wurde 2010 an unsere Hochschule berufen. (Foto: FH Münster/Wilfried Gerharz)

In einem ausgeklügelten Feststellungsverfahren wählt das Team unter allen Bewerber*innen jene aus, die sich immatrikulieren dürfen. Weil es sehr viele gibt, erhält nur etwa jede*r vierte bis fünfte Interessent*in die Zusage. „Von solchen Zahlen konnten wir damals nur träumen!“ Einen Wandel stellt Dummann aber auch bei seinen Kolleg*innen fest. „Wir sind alle viel medienaffiner geworden, nicht erst seit Corona.“ In den Anfängen des Studiengangs habe es Studierende gegeben, die keine Mails schreiben konnten. Sie wussten einfach nicht, wie das ging oder hatten keinen Mail-Account, erinnert sich der Studiengangsleiter – und muss schmunzeln, als ihm eine weitere Anekdote einfällt. „Es ist lang her, aber ich kenne eine Geschichte von einer Studentin, die an einem einstündigen Online-Seminar teilgenommen hat. Neben ihr stand eine volle Weinflasche, und die wurde im Laufe der Zeit immer leerer. Nach der Stunde hatte sie die komplette Flasche getrunken.“

Pressemeldung vom 16. März 2004: Erster Online-Studiengang an der Fachhochschule Münster
Informationen zum Studiengang BASA-online Soziale Arbeit
Pressemeldung vom 19. März 2010 über den neuberufenen Prof. Dr. Jörn Dummann
DJ für eine Nacht: Professoren legen am Hawerkamp auf


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