Datenleck bei Luca-App: IT-Sicherheitsexperte Prof. Dr. Sebastian Schinzel im WDR-Beitrag

Die Luca-App wird massiv beworben, und mehr als 300 Gesundheitsämter in Deutschland machen mit – doch jetzt gibt es Sicherheitsbedenken wegen eines QR-Codes auf einem Schlüsselanhänger.

Mit diesem Anhänger, beziehungsweise dem QR-Code darauf, kann man in Geschäften einchecken – auch ohne Smartphone. 350 Stück hat zum Beispiel die Verwaltung Everswinkel mittlerweile verteilt, als eine der ersten überhaupt in ganz Deutschland. Doch Hacker haben herausgefunden, dass jede*r mit einer Kopie des Codes vom Schlüsselanhänger ausspionieren kann, wo sich jemand überall eingecheckt hat. Prof. Dr. Sebastian Schinzel, IT-Sicherheitsexperte an unserer Hochschule, sieht darin ein massives Datenleck.

„Wenn man den Anhänger am Schüsselbund trägt und jemand macht ein Bild davon, kann diese Person herausfinden, wo man in den letzten 30 Tagen war. Das ist bei einem Zoo-Besuch sicherlich unverfänglich. Aber wenn man zum Beispiel eine religiöse Veranstaltung besucht oder eine, die Rückschlüsse auf die sexuelle Orientierung zulässt, ist das kritisch“, sagt Schinzel in einem Beitrag der WDR-Lokalzeit vom 15. April. Das Einchecken mit der Luca-App vom Smartphone findet er weniger bedenklich. „Wichtig ist, dass der QR-Code sich regelmäßig ändert, denn dann kann man nicht über den einen QR-Code getrackt werden.“

Die Betreiber*innen der Luca-App hatten Datensicherheit versprochen und haben inzwischen reagiert. Das Datenleck soll also geschlossen sein, heißt es in dem WDR-Beitrag. Für die Behörden ist der Einsatz der App auch eine Frage der Güterabwägung. Es gehe um die Bekämpfung einer Pandemie, viele Menschen nutzen sowieso schon Smartphones und gehen womöglich sehr liberal mit ihren Daten um. Wenn die App ein probates Mittel ist, um aus der Pandemie herauszukommen, müsse man den Datenschutz nicht allzu hoch aufhängen, sagt Sebastian Seidel, Bürgermeister von Everswinkel, in dem Beitrag.

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