Augmented Reality: Effizienz steigern trotz Social Distancing

Seit Beginn der Pandemie gewinnen digitale Technologien immer mehr an Bedeutung. Auch Tim Seyock, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Technische Betriebswirtschaft (ITB) des Münster Centrum für Interdisziplinarität unserer Hochschule, hat täglich damit zu tun. Im Interview erläutert er das Potenzial von Augmented Reality (AR) für Unternehmen. 

 

In welchen Bereichen ist der Einsatz von Augmented Reality in Unternehmen interessant?

Häufig sind Unternehmen aus dem verarbeitenden Gewerbe daran interessiert, ihre Inbetriebnahme und Wartung mittels Augmented Reality umzusetzen. Dies ist aktuell vor allem auch für Unternehmen interessant, die international tätig sind und zurzeit nicht in diese Länder einreisen dürfen. Ob Brasilien oder um die Ecke, die Frage stellt sich ja: Wie kann ich die Kund*innen dabei unterstützen, beispielsweise kleinere Reparaturen selbstständig durchzuführen oder dem Techniker gezielte Anweisungen geben, ohne selbst vor Ort zu sein?

Gerade in Zeiten, in denen wir unsere Kontakte weitestgehend reduzieren sollen, eine sinnvolle Alternative.

Genau! Darüber hinaus sparen wir vor allem auch Zeit und Geld. Zeit, die wir für die An- und Abreise aufbringen müssten sowie die Reisekosten, die wegfallen – seien es nur Benzinkosten für den PKW oder auch beträchtliche Flug- und Unterbringungskosten im Ausland.

Wie genau funktioniert die Unterstützung mittels Augmented Reality?

Bei der Augmented Reality werden digitale Elemente in die wahrgenommene Realität eingeblendet. Wenn ich beispielsweise durch die Kamera meines Smartphones schaue, sehe ich zusätzliche digital hervorgerufene Bausteine, die meine Umgebung ergänzen. So können beispielsweise technische Dienstleistungen ortsunabhängig durchgeführt werden – das sind typische Beispiele für  Remote Services. Alles, was man dafür braucht, ist ein Smartphone, ein Tablet oder eine AR-Brille und eine App, die diese Informationen wiedergeben kann. Man kann es sich vorstellen wie bei einer Videokonferenz, erweitert um eine digitale Ebene, die von beiden Seiten beeinflusst und mitgestaltet werden kann. Statt umständlich zu vermitteln, dass die vierte Schraube in der drittletzten Reihe nachgezogen werden muss, kann man sie ganz einfach auf seinem Bildschirm markieren – und diese Information mit seinem Gegenüber teilen.

Glauben Sie, dass die derzeitige Pandemie einen Schub für die Digitalisierung gebracht hat?

Viele Unternehmen beschäftigen sich inzwischen vermehrt mit dem Thema mixed reality, also dem Einsatz von Augmented und Virtual Reality. Sicherlich hat Covid-19 diese Entwicklung befeuert, aus der Not heraus und auch, weil dadurch wieder einmal deutlich geworden ist, wie wichtig das Thema Digitalisierung ist. Unternehmen können sich mit geringen Mitteln und ohne großes Risiko an das Thema heranwagen, ihre Erfahrungen damit sammeln und von den Vorteilen dieser Technologien profitieren, etwa im Sinne der Nachhaltigkeit, der Kosten und des Aufwands – sicherlich auch dann, wenn Kontaktbeschränkungen kein Thema mehr für uns sind.

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